Eine Kneipe ist eine Feier nach studentischem Brauch und ist heutzutage eine der traditionellsten Veranstaltungen, die Verbindungen heutzutage ausrichten. Dem Anlass entsprechend kleiden die Teilnehmer sich meist in dunkle Anzüge. Die Anfänge der Kneipe liegen im späten 18. Jahrhundert und sie wurde bis in diese Tage in ihrer heutigen Form weiterentwickelt. Eine Kneipe zu erklären ist nicht ganz einfach. Eigentlich muss man sie erleben. Das Gerücht, dass „Verbindungsmenschen“ immer auf Kommando saufen müssen, hat hier wahrscheinlich seinen Ursprung, denn tatsächlich steht in einer Kneipe formalisierte Geselligkeit und auch der Genuss von alkoholischen Getränken im Mittelpunkt. Allerding muss keiner trinken, der nicht will oder nicht kann (vor allem in Hinblick auf Autofahrer!).

Geleitet wird die Veranstaltung von drei Chargen, die in studentischer Tracht vorne stehen und die Kneipe „schlagen“ (Dieser Begriff kommt daher, dass selbst heute noch die Kneipleitung, auch bei nicht-schlagenden Verbindungen, einen stumpfen Zierschläger (studentische Fechtwaffe) vorne auf ihrem Tisch liegen hat). Die Corona (die übrigen Teilnehmer) sitzt meist an mehreren Tischreihen, Zapfen genannt. Während der Veranstaltung wechseln sich Silentien, in denen Vorträge oder Ansprachen gehalten und Lieder gesungen werden, und Colloquien, in denen die Corona sich unterhält ab. Je weiter der Abend fortschreitet, desto lockerer werden die Formalien, bis die Kneipe beendet wird und der Abend danach gemütlich ausklingen kann.

Die strengere Form der Kneipe ist der Kommers. Ein solcher wird meist nur zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel dem Stiftungsfest, dem Geburtstag der Verbindung, gefeiert.

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